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Gebrauchte Säulen - Worte am Weg Klettgauerbote

Säulen, Kirche Gächlingen <div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>4110</div><div class='bid' style='display:none;'>53598</div><div class='usr' style='display:none;'>44</div>
Der Schwertransport rumpelte mit Rosswagen über die schlechten Strassen von Schaffhausen nach Gächlingen. Im Zunfthaus zum Rüden waren sie gestanden, die drei schweren Säulen aus Sandstein.
Werner Näf,
Die pragmatischen Gächlinger kauften sie als Occasion für ihre neue Kirche. 1806 machten sich die Gächlinger von der Bergkirche Neunkirch unabhängig. Gemeinsamer Einsatz war gefragt, zuerst kam 1807 das Pfarrhaus: Wir haben unseren eigenen Pfarrer! Erst fast 40 Jahre später dann die grosse Kirche als Ersatz für die kleine Kapelle. Dummerweise brauchte die Kirche vier Säulen, so mussten sie zu den gebrauchten Säulen eine weitere beim Steinmetz in Auftrag geben.

Trotz aller Mühe mit rumpelndem Transport werden die Säulen heute in der Kirche kaum wahrgenommen. Überhaupt, zwei sieht man gar nicht: Eine spätere Generation hat sie kurzerhand eingemauert. Ob sichtbar oder nicht: die vier Säulen tragen die Emporen. Die Orgel würde krachend einstürzen, würden die unsichtbaren Stützen fehlen. Gebrauchte Säulen eben.

Ja, so ist es mit der Kirche in unseren Dörfern: viel ist unsichtbar. Aber man würde sich wundern, was alles einstürzen würde, wenn das fehlte, was nicht sichtbar ist. Die Kirchen-Führungen in der Gächlinger Kirchenwoche zeigen Details, Historisches und Anekdoten zum Bau – aber darin steckt viel Leben. Wir haben die Kirchenwoche abgeschlossen mit dem Kafi-Chile-Gottesdienst «Die Kirche, ein Ort, der mir gut tut».

Werner Näf, Gächlingen, publiziert im Klettgauer Boten am 25.05.2019













Kirchenwoche mit Werner Näf
Kirchstrasse 8
8214 Gächlingen
Verantwortlich: Werner Näf
Bereitgestellt: 10.06.2019