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Zügel-Film, Schlafsack und spannende Begegnungen - die Kirchenwoche im Rückblick

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So schläft man in der Kirche
Ein gewitzter Zeitgenosse aus einem Nachbardorf fragte mich: «Ist der Ehekrach vorbei? Kannst du aus der Kirche wieder nach Hause zügeln?» Ehekrach war nicht, aber Kirchenwoche war: intensiv, viel Kaffee, viele Gespräche, Fest, Sitzung, Selfie… «Und, wie haben Sie geschlafen?»
Mit dem Velo über den Berg war sie gekommen, von Schleitheim, und wollte schauen, wie der Pfarrer in der Kirche wohnt. Meistens schauten aber Gächlinger herein, die jüngste noch nicht ein Jahr alt, der Älteste über 90. Am Pfingstmontag war der Pfarrer in die Kirche gezügelt:

Lustig war der Dip-Song mit den 3./4. Klässlern am Freitag morgen. Achtung, dieses Lied singen wir auch am nächsten Sonntag bei der Einsetzung des Pfarramts! (25.06.). Die Schüler waren nicht die einzige Gruppe beim Kirchenwochenbesuch, auch die Konfirmanden waren da, die Präpklasse und die Jungschi- und Ameisli-Leiter hatten den grössten Sitzungsraum ihrer Geschichte. Und wer blieb am längsten? Der Hauskreis mit weiteren Gästen sass auch nach Mitternacht noch am Tisch.

Kirche für das ganze Leben
Abendliturgie<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>4067</div><div class='bid' style='display:none;'>38784</div><div class='usr' style='display:none;'>44</div>

Erstaunlich wie klein der Kirchenraum wird, wenn man ihn als Wohnung anschaut. Sicher, am Abend zeigt der Schrittzähler eine höhere Zahl als im Eigenheim, aber die Grösse des Kirchenraumes wird nicht mehr so stark empfunden, wenn es eine Essecke und ein Schlafzimmer gibt.
Unser Kirchenraum ist auch ausserhalb der Kirchenwoche vielfältig nutzbar: wir feiern Gottesdienste aller Art, schätzen die Gemeinschaft im Kirchenbistro und Teilen den Tisch an der Teilete. In der Kirchenwoche haben ich erfahren, dass der Kirchenraum ein Lebensraum ist: Die Liturgie halten, einen Abend lang Lieder singen, aber auch Trau- oder Taufgespräche und Sitzungen passen wunderbar. Sogar ein Fest feiern lässt sich trefflich in unserer Kirche. Das ganze Leben hat Platz. Die Mitte ist der Gottesdienst, an fröhlichen Tagen und in Trauer. Wir haben einfach eine tolle Kirche!

Essen
Schon am Dienstag waren wir zu zweit beim Gemüserüsten für die Suppe, die jeden Mittag auf dem Tisch dampfte. Mit fortschreitender Woche wurde der Zmittag immer reichhaltiger durch die Gäste und ihre Küchenkünste. Die Tischrunde war manchmal klein mit 2 Personen, manchmal gross mit bis zu 15 Gästen. Die Teilete nach dem Gottesdienst am Sonntag versammelte gross und klein im angenehmen Baumschatten bis weit in den Nachmittag hinein.

Der erste Blick und die verborgenen Dinge
Bei den drei kurzen Führungen in und um die Kirche habe ich selbst einiges gelernt, durch genau hinschauen, aufmerksam wahrnehmen, was sonst übersehen wird. Unsere Kirche hat ihre kleinen Geheimnisse. Wer weiss, vielleicht wären Kirchenführungen auch ausserhalb der Kirchenwoche ein Thema?

Selfie, Liturgie, Worship, Sport
Selfie muss auch mal sein<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>4067</div><div class='bid' style='display:none;'>38869</div><div class='usr' style='display:none;'>44</div>
Nein, ein Freund von Selfies bin ich nicht. Aber am Teilete-Fest am Mittwoch-Abend mit den vielen fröhlichen Leuten hab ich dann doch eins auf Instagram publiziert. Eine super Band hat die vielen Lieder begleitet, die im Spontan-Worship am Donnerstagabend von einet bunten Gruppe von Mitsingenden laufend gewünscht wurden. Die Band war spontan zusammengesetzt, kam ohne Probe aus: gerne wieder einmal. Fünfzehn Mal waren Liturgien angeboten, am Morgen, Mittag und Abend. Nur einmal war ich allein, sonst kamen meist einige wenige und ein paar Mal war eine grosse Runde beisammen. Kein Erfolg war das Angebot, mit dem Pfarrer eine Jogging-Runde zu machen. Ob es an der Hitze oder am Pfarrer lag?
Ein Höhepunkt war die Kafi-Chile am abschliessenden Sonntag. Eine grosse Gruppe von Gästen aus dem Bernbiet kamen zu Kaffee, Zopf und Gottesdienst, im kleinen Theater wurde Pfarrer unsanft aufgeweckt und der Psalm 84 kam zur Sprache («Wie schön sind doch deine Wohnungen, allmächtiger Herr!»).

Entweiht?
Wird der Kirchenraum entweiht durch all die verschiedenen Anlässe? Mit unterschiedlichen Leuten habe ich darüber diskutiert. Der Kirchenraum ist nach reformiertem Verständnis nicht an sich heilig. Heilig wird er erst durch die Menschen, die kommen und nach Heiligung streben oder selber geheiligt sind. Die Menschen werden nicht durch den Raum heilig, sondern umgekehrt. So kann der Raum auch nicht entweiht werden.
Eine Würde hat der Raum allerdings schon, nur allein durch die Erinnerung an all die Taufen, Hochzeiten, Gottesdienste, Trauerfeiern die seit 172 Jahren hier stattfanden. Nicht alles, was man auch noch könnte, entspräche der Würde des Raumes; aber die vielfältigen lebensbezogenen Anlässe der Kirchenwoche haben Platz.

Wie war die erste Nacht?
Nacht-Stimmung<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>4067</div><div class='bid' style='display:none;'>38778</div><div class='usr' style='display:none;'>44</div>
«Hast du keine Angst in der unverschlossenen Kirche zu schlafen?» Verschiedene Gäste haben mich gefragt. «Nein» war meine Antwort. Weder die immer offenen Türen noch der grosse Raum noch allfällig vorhandene Kirchenmäuse (gibt es nicht) waren ein Problem. Ich lag ja in einem Militärschlafsack – was soll denn passieren? Mehr zum guten Schlaf haben aber wohl die Müdigkeit beigetragen - und das Vertrauen in den Herrn des Hauses.
A propos Ehekrach: Gegen Ende zügelte auch meine Frau in die Kirche – kein Skandal also.

Fazit
Wir leben zusammen in Gächlingen, gross und klein, fromm und weniger fromm, reformiert oder nicht. Mitten drin steht unsere Kirche. Die unterschiedlichen Leute, die sich vielfältig hier am Ort für das Kirchenleben einsetzen, dienen nicht nur der Kirchgemeinde, sondern der ganzen Dorfgemeinschaft. Wenn der Kirchenraum noch stärker zum Begegnungsort werden kann, ist das Ziel der Kirchenwoche erreicht: Begegnung zwischen Menschen untereinander und zwischen Menschen und Gott.
Kirchenwoche Impressionen
17.06.2017
18 Bilder
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Kirchenwoche mit Werner Näf
Kirchstrasse 8
8214 Gächlingen
Werner Näf
Autor:
Werner Näf
Bereitgestellt: 21.06.2017